Bonny von der Lanzenburg und Ayka von der Bergwelt
  • Bonny und Ayka

Rasseporträt

Der Chinese Foo Dog (chinesischer Glückshund)

Der Foo wird zu den nordisch-asiatischen Spitzen gezählt. Bis vor kurzem wurde immer vermutet dass seine nächsten Verwandten wohl der Chow Chow und der Akita Inu sind. Aufgrund von durchgeführten genetischen Analysen konnte jedoch herausgefunden werden dass die wirklichen Vorfahren der Chow Chow und der norwegische Elchhund sind. Wie lange diese Verpaarung zurückliegt kann nicht genau festgestellt werden. Nachdem es sich aber bei beiden Rassen um sehr alte Rassen handelt kann dies durch einige tausend Jahre zurückliegen. Anders als diese gilt er als leicht umgänglich und zeichnet sich durch sein freundliches, ruhiges Wesen aus. Er ist ein idealer Familienhund, der sich gut erziehen lässt, vorausgesetzt, man baut eine persönliche Bindung zu ihm auf. Der Jagdtrieb ist nur mässig ausgebildet. Auf Stress reagiert ein Foo nicht aggressiv, sondern versucht die Ruhe zu bewahren.

Obwohl er - wie so viele außereuropäischen Rassen - in der westlichen Hemisphäre kaum bekannt ist, scheint dies in China nicht der Fall zu sein. Genauere Informationen hierzu fehlen. Da Hunde lange Zeit in China nur unter schwierigen Bedingungen gehalten werden durften, weiß man wenig über die derzeitige Population.

Der Foo wurde hauptsächlich als Wach- und Arbeitshund eingesetzt. Einst soll er die chinesische Mauer bewacht haben. Zahlreiche Mythen ranken sich um ihn. Viele Chinesen sind der Auffassung, dass die löwenartigen Fooskulpturen ihr Vorbild in dieser Hunderassse haben. Auch spinnen sich Legenden um den Foo. So soll er einem Königssohn, der sein Augenlicht verloren hatte, als treuer Begleiter zur Seite gestanden haben. Mit Hilfe der Weisheit des klugen Foohundes gelang es dem Prinzen schließlich, sein Augenlicht wiederzuerhalten und seinem Vater ein würdiger Thronfolger zu werden. Wer den weißen Fleck eines Foos in der Neujahrsnacht berührt, der soll das ganze Jahr Glück haben. Vermutlich waren es diese Erzählungen, welche die Geheimbruderschaft der Tong dazu veranlassten, den Foo zu ihrem Maskottchen zu erwählen. Möglicherweise hatte dies aber auch praktische Gründe. denn der Foo verfügt über eine physionomische Besonderheit: Sein Mandra, eine Art Hautwulst um den Hals, das ihn vor Bissen an der Halsschlagader schützt.

Ein Chinese führte vor bald zwanzig Jahren die Foos in die USA ein. Dort verkaufte er sie an Brad Trom, der seinerseits die International Foo Dog Association gründete. Gemeinsam mit Brad Trom riefen am 1.September 2007 eine handvoll eingefleischter deutscher Foofreunde den Chinese Foo Dog Club Europe ins Leben.

Ziel des Vereins war es, den Foo in Europa bekannter zu machen sowie ihn in China aufzuspüren. Neusten Informationen zufolge scheint er dort durchaus landesweit zu existieren, wobei es regional zu großen Unterschieden was Felllänge und Größe betrifft kommen kann. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in China traditionell keinerlei Zuchtbestimmungen existieren, wie man sie hierzulande kennt. Zwar ist der FCI dort neuerdings vertreten und es werden auch Hundeshows abgehalten, aber nur für FCI anerkannte Rassen.

Wenn man die regionalen Besonderheiten berücksichtigt, wird es auch verständlicher, weshalb der Foo in China unterschiedlich bezeichnet wird. So kennt man ihn z. B. auch als: Heiligen Hund aus Sinkiang, Chinesischen Choo Jagdhund, Chinesischen Tempel-Waldhund, Chinesischen T``ien Kou und Chinesischen Lung-Kou.

Leider ist der Chinese Foo Dog Club Europe nicht mehr aktiv. Es gibt derzeit eine Interessengemeinschaft, die IG Chinese Foo Dogs Europe, die natürlich die gleichen Interessen vertritt aber nicht mehr als Club auftritt.

Literaturangaben:

Palika, Liz: The Howell Book of Dogs, New Jersey, 2007. S. 198.

Beauchamp, Richard: Success in Show Dogs. Postcard from China. In: Dogs in Review, Vol.I, Issue 6, August 2007. S. 14ff.

Krämer, Eva Maria: Der große Kosmos Hundeführer, Kosmos Verlag 2009, S. 103.

Ergänzungen: Martin Steinkogler